Der geplante Tragwerkstausch der bestehenden Donaubrücke Mauthausen ist ein Infra-strukturprojekt mit hoher Bedeutung für die gesamte Region. Während der rund dreimonatigen Sperre der Straßenbrücke im Sommer 2028 muss der Verkehr neu organisiert, Belastungen so weit wie möglich reduziert und Pendler, Betriebe, Gemeinden, Einsatzorganisationen und Bevölkerung verlässlich informiert werden.
Dafür wurde in den vergangenen Monaten ein umfassendes Maßnahmen- und Verkehrs-konzept entwickelt. Dieses Konzept wurde nicht isoliert am Schreibtisch erarbeitet, sondern in einem strukturierten Beteiligungsprozess mit den betroffenen Anspruchsgruppen aus der Region diskutiert. In drei Beteiligungsrunden in den Regionen wurden Maßnahmen vorgestellt, Rückmeldungen aufgenommen und regionale Anforderungen gesammelt. Ziel war und ist, jene Maßnahmen vorzubereiten, die im Einflussbereich der Länder Oberösterreich und Niederösterreich liegen und die Auswirkungen der Sperre bestmöglich abfedern können.
Verkehr während der Sperre geordnet führen
Im Mittelpunkt des Maßnahmen- und Verkehrskonzeptes steht die Frage, wie der Verkehr während der späteren Sperrphase möglichst geordnet geführt werden kann. Die Donaubrücke Mauthausen ist täglich eine zentrale Verbindung über die Donau. Fällt diese Verbindung vorübergehend weg, betrifft das viele Menschen unmittelbar: den Weg zur Arbeit, Schulwege, betriebliche Abläufe, Einsatzwege und die regionale Mobilität insgesamt.
Deshalb wurden im Beteiligungsprozess unterschiedliche Maßnahmen geprüft und fachlich bewertet. Dazu zählen insbesondere Verbesserungen im öffentlichen Verkehr, die Verdichtung von Bahnangeboten in Spitzenzeiten, der Ausbau von Park-and-Ride-Angeboten, Maßnahmen für die erste und letzte Meile sowie begleitende Informations- und Kommunikationsmaßnahmen.
Maßnahmen dort setzen wo sie Wirkung entfalten
Das Maßnahmenpaket konzentriert sich auf jene Bereiche, die von den Ländern Oberösterreich und Niederösterreich beeinflusst und umgesetzt werden können. Dabei geht es nicht um Einzelmaßnahmen ohne Zusammenhang, sondern um ein abgestimmtes Paket aus Mobilität, Verkehrslenkung, Information und regionaler Einbindung.
Die Maßnahmen wurden in vier Pakete gegliedert: Mobilität und öffentlicher Verkehr, Rad- und Fußverkehr, Verkehrsumleitung und Logistik sowie Kommunikation und Information.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs. Die Taktverdichtung im Schienenverkehr, insbesondere zu den Stoßzeiten, wurde als wichtige Maßnahme hervorgehoben. Konkret bedeutet dies einen halb-stunden Takt auf der Donauuferbahn zwischen den Bahnhöfen St.Valentin und Perg. Zusätzlich wird die Kapazität durch den Einsatz von zusätzlichen Zuggarnituren auf das mögliche Maximum erhöht (teilw. Sitzplätze verdoppelt).
Um den Umstieg auf das öffentliche Verkehrsmittel bestmöglich zu gestalten, liegt ein weiter Fokus auf der sogenannten ersten und letzten Meile. Hierfür sind unter anderem der Ausbau von Park & Ride Anlagen, zusätzliche Radabstellanlagen und Sharingangebote in Planung.
Darüber hinaus wird an einem optimalen Umleitungskonzept gearbeitet. Grundsätzlich gilt: Jedes Fahrzeug das nicht zwingend über die direkten Umleitungsrouten fahren muss, soll bereits großräumig umgelenkt werden. Weiters finden regelmäßig Koordinierungsgespräche zwischen den verschiedenen Infrastrukturbetreibern statt. Ziel ist es, sämtliche Baustellen im Umleitungsgebiet bestmöglich abzustimmen, um für die Verkehrsteilnehmer einen reibungsarmen Ablauf während der Brückensperre zu erreichen.
Beteiligung der Region als Grundlage
Die regionale Beteiligung ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes. Sie soll sicherstellen, dass die Maßnahmen die konkrete Situation vor Ort berücksichtigen. Gemeinden, Einsatzorganisationen, Wirtschaft, Pendlerinnen und Pendler sowie weitere betroffene Gruppen wurden eingebunden, um ihre Sichtweisen, Anforderungen und Hinweise in den Prozess einzubringen.
Die Workshops verliefen sehr konstruktiv. Nach den Beteiligungsrunden wurden die eingebrachten Ideen gesammelt, geprüft und fachlich bewertet. Dabei wurde klar kommuniziert, dass die Aufnahme einer Idee noch keine Zusage für eine Umsetzung bedeutet. Entscheidend ist, was technisch, rechtlich, organisatorisch und finanziell möglich ist.
Verlässliche Information aus erster Hand
Alle wesentlichen Informationen zum Projekt, zu den geplanten Maßnahmen und zu den nächsten Schritten werden laufend auf donaubruecke.at veröffentlicht. Die Website dient als zentrale Informationsplattform für Bevölkerung, Pendlerinnen und Pendler, Betriebe, Gemeinden und Medien. Dort werden aktuelle Projektstände, Hintergrundinformationen, häufig gestellte Fragen sowie Hinweise zu Verkehrsmaßnahmen gebündelt dargestellt. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Betroffenen verlässliche Informationen aus erster Hand erhalten.
Ziel ist eine transparente, verständliche und laufende Kommunikation. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung braucht es Orientierung: Was ist geplant? Was wird umgesetzt? Was ist noch offen? Welche Auswirkungen sind zu erwarten? Und wo können sich Betroffene informieren?
Ombudsstelle als direkte Anlaufstelle eingerichtet
Ergänzend zur Website steht eine unabhängige Ombudsstelle als direkte Anlaufstelle zur Verfügung. Sie nimmt Fragen, Hinweise und Anliegen aus der Bevölkerung auf und sorgt dafür, dass diese in die zuständigen Projektstrukturen weitergeleitet werden.
Die Ombudsstelle soll helfen, Unsicherheiten frühzeitig aufzugreifen, Informationen verständlich zu vermitteln und Anliegen nachvollziehbar zu behandeln. Sie ist damit ein wichtiges Bindeglied zwischen Projektorganisation und Region. Bereits im Projektprozess wurde die Einrichtung einer Ombudsstelle empfohlen, um Anfragen strukturiert beantworten zu können und die Projektorganisation zu entlasten. Die Kontaktdaten der Ombudsstelle sind unter donaubruecke.at verfügbar.
Nächste Schritte: abstimmen, konkretisieren, informieren
In den nächsten Wochen stehen die weitere Abstimmung der Maßnahmen, die Vorbereitung der Umsetzung und die laufende Information der betroffenen Anspruchsgruppen im Mittelpunkt. Der Tragwerkstausch der bestehenden Donaubrücke Mauthausen bleibt ein anspruchsvolles Vorhaben. Entscheidend ist, dass technische Vorbereitung, Verkehrsplanung und Kommunikation eng ineinandergreifen. Das Maßnahmen- und Verkehrskonzept ist dafür ein zentraler Baustein.
Donaubrücke.at wird daher auch weiterhin transparent über den aktuellen Stand, die nächsten Meilensteine und die konkreten Maßnahmen informieren.
Foto: Land OÖ/Mike Wolf




