Die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h auf der Brücke gilt seit Mai 2022. LED-Tafeln an beiden Brückenportalen zeigen die maximale zulässige Geschwindigkeit an. Die Installation des Radargeräts mit März 2023 war notwendig, weil das Tempolimit nicht eingehalten wurde. Die Geschwindigkeitsbeschränkung soll die Belastungen des Brückentragwerks reduzieren und so die sichere Befahrbarkeit der bestehenden Brücke für die Verkehrsteilnehmer:innen erhalten, bis die Neue Donaubrücke Mauthausen fertiggestellt ist. Das Radar ist auf der oberösterreichischen Seite der Brücke montiert und seit 1. März 2023 scharf geschaltet.
Die Bestandsbrücke besteht aus zwei baulich eigenständigen Tragwerken. Die 30km/h-Beschränkung betrifft den Straßenverkehr, da die Belastungen des Brückentragwerks reduziert werden müssen, um die sichere Befahrbarkeit der bestehenden Brücke für die Verkehrsteilnehmer:innen bis zur Fertigstellung der Neuen Donaubrücke Mauthausen zu erhalten. Die Stahlbaukonstruktion unterhalb der Fahrbahn hat sich insbesondere durch Salzstreuung zunehmend verschlechtert. Das Tragwerk der Bahn ist davon nicht betroffen.

Der ursprüngliche Projektplan sah vor, den Tragwerkstausch der Bestandsbrücke erst nach Eröffnung der neuen Donaubrücke zu realisieren, damit die Donau durchgängig überquert werden kann.
Trotz sorgfältiger Planung und positiver Gutachten steht das Projekt „Neue Donaubrücke Mauthausen“ nun vor großen Herausforderungen: Im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde gegen den Genehmigungsbescheid Beschwerden erhoben. Das Verfahren am Bundesverwaltungsgericht hat den geplanten Baubeginn deutlich verzögert.
Aufgrund des Verzugs im UVP-Verfahren der neuen Donaubrücke und des Zustands der alten Brücke wird es nun noch vor der Fertigstellung der neuen Donaubrücke zu einer Totalsperre für den Tragwerkstausch der Bestandsbrücke kommen. Seit sich dieses Szenario abzeichnet, arbeitet das Planungsteam mit Hochdruck an Lösungsoptionen. So ist es dank optimierter Bauverfahren und -ablauf gelungen, die Totalsperre der Bestandsbrücke von fünf auf drei Monate von 20. Mai bis 19. August 2028 zu reduzieren.
Die Unterlagen für den Tragwerkstausch wurden Mitte Oktober 2024 zur Bewilligung eingereicht. 2025 begann die ÖBB die gemeinsamen Pfeiler der Bestandsbrücke in der Donau zu verbreitern.
2026 soll die Vormontage des neuen Stromtragwerks für die sanierungsbedürftige Brücke im Ennshafen beginnen: Im Herbst 2026 beginnt die Herstellung des Vormontageplatzes. Die Vormontage der Strombrücke findet von April 2027 bis Mai 2028 statt. Parallel dazu erfolgen sämtliche unter Verkehr möglichen Baumaßnahmen wie die Errichtung der Vorlandbrücke in Seitenlage und der Gewässerschutzanlagen.
Für den Tragwerkstausch selbst muss die Brücke gesperrt werden. Der hohe Vorfertigungsgrad ermöglicht eine minimale Sperrzeit für den Straßenverkehr von nur drei Monaten im Jahr 2028. Während der Sperre wird zuerst das alte Stahlfachwerk stückweise per Schiff abtransportiert. Danach müssen die Pfeiler angepasst werden, um anschließend das neue Tragwerk in zwei 200 Meter langen Teilstücken einzuschwimmen und zu montieren. Gleichzeitig wird die alte Vorlandbrücke abgetragen und das bereits seitlich errichtete Tragwerk quer verschoben. Im Anschluss kann die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Während der Sperre ist eine Donauquerung in diesem Bereich nicht möglich. Die Bahnbrücke ist nur teilweise betroffen, da sie über ein eigenständiges Tragwerk parallel zur Straßenbrücke verfügt.
Alle
Sanierungs- und Sicherheitsmaßnahmen auf der Bestandsbrücke werden fortgeführt.
Durch engmaschige Brückenprüfungen wird der Zustand der Brücke regelmäßig und
umfassend überwacht. Neben den gezielten Sanierungen bleibt die seit März 2023
geltende Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h bestehen, um eine weitgehend
unterbrechungsfreie Querung über die Donau in Mauthausen sicherzustellen.
Für die Zeit der Brückensperre wird ein umfassendes Maßnahmen- und Verkehrskonzept entwickelt. Dieses Konzept soll in enger Zusammenarbeit mit den wichtigsten regionalen Stakeholdern erarbeitet werden, da die Sperre erhebliche Auswirkungen auf den Alltag der Bevölkerung und die regionale Wirtschaft hat.
Die vor der UVP-Einreichung prognostizierten Kosten für den Abschnitt „Knoten B3 (OÖ) – Neue Donaubrücke – Knoten Pyburg B123 (NÖ) sowie den Neubau der Bestandsbrücke betrugen rund 168 Millionen Euro.
Für den Bau der Neuen Donaubrücke, den Tragwerkstausch der Bestandsbrücke, sämtlicher Zu- und Abfahrtsknoten, Radwege sowie den Bereich der Anbindung an die B1 liegen die Gesamtkosten bei rund 230 Millionen Euro. Darunter fallen auch Mehrkosten aus der geänderten Streckenführung, den Maßnahmen aus dem UVP-Verfahren sowie aus Material- und Energiepreissteigerungen.
55 Prozent der Kosten übernimmt das Land Oberösterreich, 45 Prozent das Land Niederösterreich.
Die Bestandsbrücke weist altersbedingt erhebliche Schäden auf. Besonders die tragenden Stahlbauteile unterhalb der Fahrbahn sind durch jahrzehntelange Belastungen und Streusalzeinwirkung stark beeinträchtigt. Eine reine Sanierung würde die Substanz nicht mehr nachhaltig sichern können, sodass ein Austausch des Tragwerks unumgänglich ist.
Ursprünglich war geplant, die bestehende Brücke erst nach der Fertigstellung der Neuen Donaubrücke Mauthausen zu erneuern. Verzögerungen im UVP-Verfahren der neuen Brücke führten jedoch dazu, dass nun das Tragwerk der Bestandsbrücke vor Errichtung und Verkehrsfreigabe der Neuen Donaubrücke Mauthausen getauscht werden muss.
Die dreimonatige Sperre vom 20. Mai bis 19. August 2028 ist ein optimierter und eng getakteter Zeitraum, der nur durch eine hohe Vorfertigung des neuen Tragwerks und durch perfekt abgestimmte Bauabläufe realisierbar ist. Eine kürzere Sperre ist bautechnisch nicht umsetzbar.
In den drei Monaten wird das alte Brückentragwerk entfernt, die Pfeilerköpfe umgebaut und das neue Tragwerk eingeschwommen und fixiert (siehe Video). Zusätzlich wird die Vorlandbrücke abgetragen und das neue Tragwerk seitlich eingeschoben. Die Straßenanschlüsse werden an die neuen Brücken angepasst. Während dieser Zeit ist die Brücke für den Straßenverkehr gesperrt. Die Eisenbahnbrücke ist grundsätzlich nicht von dieser Sperre betroffen.
Vor der Sperre werden alle Arbeiten durchgeführt, die unter Verkehr möglich sind. Dazu zählen die Verstärkung von Pfeilern und Widerlagern, die Verbreiterung der Straßenanschlüsse sowie die Vorfertigung des neuen Tragwerks im Ennshafen, sowie in Seitenlage zur bestehenden Vorlandbrücke.
Die Verzögerung des UVP-Verfahrens für die neue Donaubrücke macht den Tausch des Tragwerks der Bestandsbrücke alternativlos, um die bestehende Verkehrsverbindung sicherzustellen. Ohne diese Maßnahme wäre die Sicherheit langfristig nicht mehr gegeben.
Ziel ist es die Brücke bis zum Tragwerkstausch uneingeschränkt befahren zu können. Hierfür wird die Brücke regelmäßig überwacht, begutachtet und saniert. Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen (Tempo 30) wurden eingeführt, um die Belastungen auf das Brückentragwerk (Schwingungen) zu minimieren.
Ja, die Donauuferbahn bleibt auch während der 3-monatigen Sperre 2028 grundsätzlich nutzbar. Für einzelne Bautätigkeiten (Aus- und Einschwimmen der Stromtragwerke) ist es aus sicherheitstechnischen Gründen notwendig, die Bahnstrecke für einzelne Tage bzw. Stunden zu sperren.
Temporär kann es im Zeitraum der dreimonatigen Sperre durch Umleitungen zu höherem Verkehrsaufkommen auf Ausweichrouten kommen. Hier setzen Länder und Gemeinden gezielt auf verkehrslenkende Maßnahmen und intensive Kommunikation.
Bereits im Vorfeld wurden intensive Abstimmungen mit den Einsatzorganisationen durchgeführt. Alle beteiligten Stellen, von der Verkehrsplanung bis zu den Rettungsdiensten, arbeiten gemeinsam an einem Einsatzplan, der auch während der Sperre schnelle Hilfe sicherstellt. Zudem wird regelmäßig überprüft, ob sich neue Herausforderungen ergeben, um schnell reagieren zu können.
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